Die Ausstellung
Die Barrikaden
Bis 31. Jänner 2019
Alte Schieberkammer,
Meiselstraße 20, 1150 Wien

 

1848
Die vergessene Revolution

Die Revolution von 1848 war die Geburtsstunde unserer heutigen Gesellschaft – und dennoch ist sie aus dem kollektiven Gedächtnis Österreichs nahezu verschwunden.
Ende Februar 1848 sprang, von Paris ausgehend, der Revolutionsfunke auf weite Teile Europas über. Von Frankreich bis an die Grenzen Russlands, von Berlin bis Palermo begehrten Menschen gegen ihre Regierungen auf und setzten sich für Freiheit und Bürgerrechte ein. Sie verjagten jenes autoritäre Regime, das eng mit dem Namen und Wirken des österreichischen Staatskanzlers Clemens Wenzel von Metternich verbunden war.

Der Aufstand für die Freiheit

Die Forderungen der Revolutionäre waren überall dieselben: Gewährung bürgerlicher Freiheiten, Volksvertretung, Verfassung, Presse- und Meinungsfreiheit, Befreiung der Bauern, nationale Selbstbestimmung und soziale Sicherheit. Die wichtigsten Zentren des Aufbegehrens waren Paris, Berlin und Wien, aber auch außerhalb der großen Städte wurde revoltiert. 1848 stellt für die österreichische Geschichte ein Schlüsseljahr dar.
Die Revolution brachte das Ende des Feudalismus und markiert den Beginn der politischen Machtübernahme durch das Bürgertum. Im Zuge der Ereignisse betraten neue Massenbewegungen die Bühne der Weltpolitik: Arbeiterinnen und Arbeiter organisierten sich, aber auch nationalistische Strömungen gewannen europaweit an Bedeutung.

Die »Steiner-Sammlung« zum Revolutionsjahr 1848

Die turbulenten Ereignisse lassen sich anschaulich anhand der über 5000 Druckwerke umfassenden Steiner-Sammlung nachvollziehen. Herbert Steiner (1923–2001), Gründer des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, war leidenschaftlicher Sammler. Seine Sammlung umfasst Zeitungen, Bücher, Flugblätter und künstlerische Graphiken, die nach Aufhebung der Zensur in großer Vielfalt erschienen. Erstmals wird eine Auswahl dieses Bestandes öffentlich präsentiert. Sie bildet den Kern dieser Ausstellung, die vom Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung im Auftrag der Stabstelle Gedenk- und Erinnerungsjahr 2018 unter dem Vorsitz des Bundespräsidenten a.D. Dr. Heinz Fischer, in Kooperation mit dem österreichischen Staatsarchiv und dem Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich erarbeitet wurde.