Józef Bem, bzw. Murat Pascha

Napoleonischer Offizier, glühender polnischer Nationalist, Berufsrevolutionär: 1794 im galizischen Tarnów geboren, gilt Józef Zachariasz Bem seinen Zeitgenossen als ein spätgeborener „Condottiere der Revolution“.
Im Zuge der polnischen Adelsrevolte von 1830/31 tritt er in einer Weise hervor, die ihn rasch zum Oberst und Oberbefehlshaber über die gesamte polnische Artillerie aufsteigen lässt. Nach dem Scheitern des Aufstandes schließt er sich den im Bürgerkrieg befindlichen Liberalen in Portugal an, geht schließlich nach Paris.
1848 ist er zur Stelle: Zunächst in Lemberg, im Oktober dann in Wien, wo sich seiner Einschätzung nach das Schicksal der gesamten europäischen Revolution entscheidet und wo er das Kommando über die revolutionären Mobilgarden übernimmt. In buchstäblich letzter Sekunde entkommend, stößt er zu den Truppen Kossuths und führt einen glänzenden Feldzug, ehe er mit den ungarischen Aufständischen am 9. August 1849 bei Temesvár gegen die vereinigte österreichisch-russische Übermacht untergeht.
Bem überschreitet mit dem Rest seiner Truppen die osmanische Grenze, konvertiert zum Islam und erhält als Murat Pascha ein hohes Armeekommando sowie den Oberbefehl über Aleppo, wo er Ende 1850 verstirbt.
Ein halbes Jahr zuvor war der „polnische General“ in Wien in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden.

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