Hans Kudlich – der „Bauernbefreier“ (1823-1917)

Hans Kudlich wird 1823 in Lobenstein (Úvalno, Tschechien) an der österreichisch-preußischen Grenze in eine wohlhabende Bauernfamilie geboren. Sowohl er als auch sein Bruder können in Wien studieren. Sie finden Anschluss an liberale Kreise und schließen sich im Frühjahr 1848 der Revolution an. Er kandidiert für den Reichstag – und wird dessen jüngster Abgeordneter.

Angesichts der drohenden Belagerung Wiens im Herbst 1848 versucht Kudlich in Niederösterreich und Oberösterreich „seine“ Bauern zu mobilisieren, aber ohne Erfolg. Er wird von den Behörden gesucht und geht nach Kremsier (Kroměříž), wo ihn der Reichstag als Abgeordneten noch zu schützen vermag. Nach dessen Auflösung im März 1849 verlässt er die Monarchie und betätigt sich als Revolutionär in Frankfurt, Dresden, in der Pfalz und in Baden, ehe er im Juni 1849 nach Bern flüchtet. Dort kann Kudlich im Haushalt eines Arztes untertauchen. Er absolviert ein Medizinstudium, heiratet die Tochter seines Gastgebers und zieht mit ihr in die USA.

Kudlich wird, wie viele „Achtundvierziger“, nach 1867 amnestiert. 1872 kehrt er vorübergehend nach Österreich zurück, wo er ein politisches Comeback plant, das aber missglückt. Immer mehr dominiert bei ihm eine großdeutsche und antislawische Haltung, die in deutschnationalen Kreisen seine Popularität noch erhöht. Man errichtet ihm schon zu Lebzeiten zahlreiche Denkmäler. Er stirbt im November 1917 in Hoboken bei New York.

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