Erzherzog Albrecht von Österreich
Der verhängnisvolle Feuerbefehl des 13. März 1848 wurde von dem noch nicht dreißigjährigen Stadtkommandanten Wiens, Erzherzog Albrecht Friedrich Rudolf von Österreich-Teschen, kommandierender General in Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg, erteilt. Der älteste Sohn von Erzherzog Karl, des Siegers von Aspern, galt als der große militärisch-strategische Hoffnungsträger der Dynastie Habsburg. Als Dreizehnjähriger war er bereits Oberst, mit dreiundzwanzig Generalmajor, drei Jahre später Feldmarschallleutnant. Aus seiner Kommandofunktion in Wien trat er zurück, als klar wurde, dass der Hof zu Konzessionen bereit war und den Einsatz militärischer Zwangsmittel zunächst noch nicht in Erwägung zog. Das neoabsolutistische Regime verhalf Albrecht allerdings zu einem spektakulären Comeback als Generalgouverneur in Ungarn (1851-1860), das es nach dem erbittert geführten Freiheitskrieg von 1848/49 in den habsburgischen Einheitsstaat einzugliedern galt. Der Erzherzog nimmt sukzessive die Rolle des nach außen wenig in Erscheinung tretenden, aber maßgeblichen politisch-militärischen Beraters des Kaisers ein; seine fundamental konservativen Positionen geraten dabei in markanten Gegensatz zum Liberalismus des Kronprinzen Rudolf. Bis in sein hohes Alter verbleibt Albrecht auf seinem Posten als Generalinspektor der k.u.k. Armee und wird so nachgerade zu einem Symbol der Erstarrung und Intransigenz der späten Donaumonarchie.