Banus Joseph Graf Jelačić

Der für den 25. März 1848 einberufene Sabor (Landtag) wählte den eben erst zum Feldmarschall-Leutnant ernannten Josip grof Jelačić Bužimski zum Banus (Vizekönig) von Kroatien und ermächtigte ihn zu einem entschiedenen Vorgehen gegen Ungarn. Ziel war die vollkommene Loslösung von der ungarischen Krone, und Jelačić hat dies am 19. April, bei gleichzeitiger Bekundung der Loyalität zum österreichischen Kaiser, für vollzogen erklärt. Am 11. und 12. September überschreiten kroatisch-slawonische Truppen an unterschiedlichen Punkten und in einer Gesamtstärke von mehr als 40.000 Mann die Drau. Jelačić, noch im Juni 48 wegen Unbotmäßigkeit all seiner Ämter und Würden enthoben, wird per Handbillet Kaiser Ferdinands gänzlich rehabilitiert und anfangs Oktober zum Statthalter und Oberkommandierenden der kaiserlichen Truppen in Ungarn ernannt. Er wendet sich mit seiner Armee zunächst gegen Wien – umso mehr, als hier mit der Lynchjustiz an Kriegsminister Baillet-Latour der finale, alles entscheidende Akt der 48er-Revolution eingesetzt hatte. Jelačić unterstellt sich dem Oberkommando Windischgrätz, Wien wird in einem verbissen geführtem Straßen- und Häuserkampf genommen; der Angriff auf Ungarn erfolgt wenig später, am 16. Dezember 1848, und führt sehr bald in ein militärisches Desaster. Windischgrätz wie Jelačić erfahren eine Reihe demütigender, erst durch die Intervention zaristischer Truppen revidierter Niederlagen. Hochdekoriert kehrt letzterer als kommandierender General und Gouverneur von Rijeka/Fiume zurück und bleibt bis zu seinem Tod (nach schwerem Nervenleiden im Mai 1859) Banus von Kroatien, Dalmatien und Slawonien.

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