Ministerpräsident Fürst Schwarzenberg
Er entstammte dem böhmischen Hochadel, war Karrierediplomat und Protegé Metternichs, Schwager des Fürsten Windischgrätz, Brigadier Radetzkys in Norditalien. Felix Fürst zu Schwarzenberg (geb. 2. Oktober 1800) wurde als konsequenter, kompromissloser, von seiner Mission zutiefst überzeugter „Konterrevolutionär“ am 21. November 1848 zum Regierungschef ernannt – der sechste in diesem Jahr. In seine Ära fällt die Auflösung des verfassunggebenden Kremsierer Reichstags (7. März 1849) und im Weiteren der Umbau der Monarchie in einen zentralistischen, von Armee, Bürokratie und katholischer Hierarchie dominierten Einheitsstaat. Das „neoabsolutistische“ Regime unter Schwarzenberg hat (mit Ausnahme der Bauernbefreiung) die zentralen Errungenschaften der 48er-Revolution aufgehoben und doch das ökonomische Erbe des Liberalismus im Rahmen einer umfassenden, kontrollierten „Modernisierung von Oben“ angetreten. Mit dem Ziel einer dringend anstehenden Hebung der allgemeinen Steuer- und Produktivkraft wurde die protektionistische Wirtschaftspolitik beseitigt, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur (Semmeringbahn) vorangetrieben, Justiz und Verwaltung neu organisiert, Handelskammern eingerichtet, mit der Anlage von Grundbüchern für Rechtssicherheit in Fragen des Privateigentums gesorgt. Der Ministerpräsident erliegt 52-jährig einem Schlaganfall; die Durchsetzung der vollen Gewerbefreiheit und wirtschaftlichen Freizügigkeit (Gewerbeordnung 1859) ist sein politisches Vermächtnis.
weiterführende Informationen: