Klemens Wenzel Lothar von Metternich
Als Verkörperung der reaktionären Mächte des Ancien Régime ist Klemens Fürst Metternich (15. Mai 1773 – 11. Juni 1859) gleich im zweiten Satz des Kommunistischen Manifests an prominenter Stelle, unmittelbar nach Zar und Papst, angeführt. „Seiner Majestät Staats-, Konferenz- und der auswärtigen Angelegenheiten dirigierender Minister“, Mastermind des Wiener Kongresses, war in der Tat ein Exponent der alten Welt – umfassend gebildet, genuss- und sinnenfroh, fundamental konservativ, selbstherrlich. Seine Widersacher sind sonderzahl, insbesondere auch in der österreichischen Aristokratie. Zar Alexander sah ihn „in Österreich verachtet, von den Fremden gehasst.“ In Koblenz geboren, fühlte er sich als Deutscher in österreichischen Diensten, missbilligte zugleich alles Nationale, betrieb die Emanzipation der Juden, hegte kaum religiöse Bindungen. Er stand für das unumschränkte monarchisch-legitimistische Prinzip und bekämpfte alles „Revolutionäre“ aus innerster Überzeugung und mit den Mitteln des Polizeistaates. Die Märzrevolution des Jahres 1848 zwingt den bis dahin mit beinahe unbeschränkter Macht ausgestatteten Kanzler binnen weniger Stunden zum Rücktritt und zur überstürzten Flucht aus Wien.
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