Ferdinand I. Karl Leopold Joseph Franz Marcellin

Ferdinand I. (1793-1875), genannt „der Gütige“ und ältester Sohn von Franz II./I., wurde 1830 als König von Ungarn gekrönt und war von 1835-1848 Kaiser von Österreich. Er war der zweite österreichische Monarch aus dem Hause Habsburg-Lothringen. Ferdinand wurde als schwaches, sehr krankes Kind geboren und litt an Epilepsie, Rachitis und einem Hydrocephalus, dem so genannten Wasserkopf. Die Ehe Ferdinands mit Maria Anna (1803-1884), seiner Cousine dritten  Grades und Tochter der Erzherzogin Maria Theresia, bleibt kinderlos. Im Volksmund geht er als „Gütinand der Fertige“ in die Geschichte ein. Aufgrund des offenkundigen Umstandes, dass es dem Kaiser nicht möglich war, aus eigener Befähigung heraus zu herrschen, wurde eine Kabinettsregierung eingerichtet. Diese „Geheime Staatskonferenz“ bestand aus seinem Onkel Erzherzog Ludwig, seinem Bruder Erzherzog Franz Carl, Fürst Metternich, dem Haus-, Hof- und Staatskanzler und Leiter der österreichischen Außenpolitik, sowie Graf Kolowrat, der für die Innenpolitik verantwortlich zeichnete. Die Revolution vom März 1848 allerdings zwang Metternich zurückzutreten und das Land zu verlassen. Der zunächst völlig konzept- und kopflos agierende Ferdinand  muss mitsamt dem kaiserlichen Hof zwei Monate später, am 17. Mai, trotz Aufhebung der Zensur und Erlass der „Pillersdorfschen Verfassung“, nach Innsbruck flüchten. Nach seiner kurzen Rückkehr in die Reichs- und Hauptstadt Mitte August ist er, nach Ausbruch der Oktoberrevolution, erneut gezwungen, die Hofburg zu verlassen und begibt sich nach Olmütz.. Dort legt er am 2. Dezember 1848 im Palais des Erzbischofs zugunsten Franz Josephs alle seine Ämter nieder.

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